MEDIA Mundus
EU-Kommission plant neues Programm
Vor dem Hintergrund der Globalisierung bzw. Öffnung der Medienmärkte erarbeitet die EU-Kommission seit kurzem ein neues, zusätzliches Programm, das - die Zustimmung des Parlaments vorausgesetzt - in etwa drei Jahren an den Start gehen soll: MEDIA Mundus. Wie der Name andeutet, geht es dabei um die Intensivierung des Austauschs und der Zusammenarbeit mit Ländern außerhalb der EU. Nicht nur die Exportfähigkeit europäischer Filme in Drittländern soll gestärkt werden, sondern auch der EU-Markt für Filme und Medienschaffende aus nicht-europäischen Ländern erweitert werden.
In Anlehnung an die Förderbereiche des MEDIA-Programms wurden in der jetzigen frühen Phase der Programm-Konzeption Aktionslinien aus den Bereichen Vertrieb, Promotion, Produktion, Training und Kinonetzwerke vorgeschlagen. Derzeit werden die Ergebnisse einer europaweiten Online-Befragung und einer öffentlichen Anhörung vom 25. Juni 2008 in Brüssel von Mitgliedern der Interessengruppen ausgewertet, um den verbindlichen inhaltlichen Rahmen eines zukünftigen Programms festzulegen.
Einen richtungweisenden Vorstoß hat die Kommission bereits mit der vorbereitenden Maßnahme MEDIA International gemacht, mit der erstmalig audiovisuelle Kooperationsprojekte zwischen Unternehmen und Organisationen aus Europa und Drittländern unterstützt werden (Einreichtermin war im Juni 2008). Sollte sich MEDIA International bewähren, könnte MEDIA Mundus für 2011 verabschiedet werden.
Anlässlich der politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Fragen, die in diesem Zusammenhang aufgeworfen werden, hat die FFA am 19. Juni Vertreter des MEDIA-Programms aus Brüssel, den deutschen MEDIA-Informationsbüros und der deutschen Filmindustrie zu einer MEDIA-Mundus-Präsentation und gemeinsamen Diskussion eingeladen, um Informationen und Meinungen zusammenzutragen. Im Bereich Training wurde es als sinnvoll erachtet, auf bereits vorhandene Initiativen zurückzugreifen bzw. diese durch entsprechende Fördermaßnahmen zu erweitern und zu stärken. Eine reine Produktionsförderung wurde eher skeptisch bewertet, während die Teilnehmer sich in punkto Vertrieb einig waren, dass sich hier eine multilateral ausgerichtete Förderung sehr effektiv auswirken könnte.
Anlässlich der neuen Ratspräsidentschaft Frankreichs hat der CNC am 7. Juli 2008 in Paris zum Thema europäische Kooperationspolitik im Filmbereich ein Kolloquium veranstaltet, das sich intensiv mit MEDIA Mundus und dem aktuell in Kraft getretenen Unesco-Abkommen beschäftigt hat.



