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Ein Traum in Erdbeerfolie

Start: 23. April 2009

»Ein Traum in Erdbeerfolie - Comrade Couture« ist eine Reise in die wilde Parallelwelt der Modeund Überlebenskünstler Ostberlins. Es war eine Phantasiewelt inmitten des restriktiven DDR-Alltags. Hier konnte man aus der Reihe tanzen, individuell und provokant sein. Wichtigstes Erkennungsmerkmal er Szene war der persönliche Style, denn den konnte man zu DDR-Zeiten nicht kaufen. an musste sich in der Parallelwelt sein individuelles Image selber basteln. Der Film erzählt von en Sehnsüchten, Leidenschaften und Träumen, die im Schatten der Mauer erprobt, gelebt und nszeniert wurden.
Der Regisseur Marco Wilms, damals selbst Model beim Modeinstitut der DDR, zieht los, um dieses inzigartige Lebensgefühl von ökonomischer Unbeschwertheit und radikalem Anderssein Wollen m Hier und Jetzt wieder entstehen zu lassen. Er sucht die Helden seiner Ostberliner Jugend auf: Die Designerin Sabine von Oettingen, den Fotografen Robert Paris und den Stylisten und Friseur Frank Schäfer und erkundet mit ihnen ihr schillerndes Parallelwelt-Leben. Nach zwei Jahrzehnten treffen die Mitglieder und Freunde der legendären Ostberliner Avantgarde-Modetheater »Chic Charmant und Dauerhaft« und »Allerleirauh« wieder zusammen auf einer vom Regisseur Marco Wilms initiierten, »subversiven« Ostblockparty.
Die Protagonisten des Filmes gehörten den subversiven Ostberliner Underground Modegruppen CHIC, CHARMANT UND DAUERHAFT (CCD) und ALLERLEIRAUH an. CCD begann Mitte der 80ziger mit Modenschauen im eigenen Wohnzimmer. Die Performances in Kirchen und stillgelegten Gründerzeit-Bädern wurden immer opulenter. Die Mitglieder der Gruppen lebten eine exzessive Lust an der indiviuduellen Inszenierung aus, inmitten des real existierenden sozialistischen Alltages. Das ehrwürdige Museum für Deutsche Geschichte hat die Kollektionen als Kunstwerk angekauft, und die Gruppen in der Ausstellung »Diktatur und Boheme« gefeiert. Die illegalen Shows von ALLERLEIRAUH, mehr mystische Performance als Modenschau, sind legendär. Und sie existieren noch in den grandiosen Bildern der Fotografen Sven Marquardt, Jürgen Hohmuth sowie Robert und Helga Paris. Fast 300 dieser Fotos sind im Film zu sehen.
Der Stern brachte 1989 eine heimlich fotografierte Story über die magische Gruppe. Sie arbeiteten mit Leder in seinen kreativsten Formen. Sie überhöhten das Morbide und die Endzeitstimmung in der DDR künstlerisch - ohne zu wissen, dass es dem Ende zuging. Im Film erleben wir die Wiedergeburt der berühmtesten CCD Kollektion der Designerin Sabine von
Oettingen (aus Eingeweidetüten und Erbeerfolie).

06.05.2009 | MEDIA Desk Deutschland